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Hurghada aus kritischer Sicht


Ein Bericht von Jens (Juli 96)

Was man nicht so alles auf sich nimmt, um mal billig nach Ägypten zu kommen ! Mit dem Nachtzug von Karlsruhe nach Hof, dort umsteigen und dann bis Leipzig. Anschließend mit Condor nach Hurghada, dem Traumziel am roten Meer.

Der Zug war zu ertragen, wenn ich auch in der neuen Intercity Nightline im Grossraumliegesessel kaum zum Schlafen gekommen bin. Ein Schweizer Güppchen hat die Fahrt zum Anlaß für eine Feier genommen. Protest hat nur Gegenprotest hervorgerufen. Der versäumte Schlaf wurde dann ein wenig im überraschend bequemen Flugsessel nachgeholt - die Ansprüche an den Comfort waren natürlich schon arg gesunken.

Der Hinweis, daß man auf dem Flughafengelände ja nicht Filmen oder Fotographieren sollte - das war das "ägyptische" Willkommen der Condor Crew nach dem Aufsetzen - Flug und Service waren übrigens ausgezeichnet !

Militär war das Erste, was man auf dem Flugfeld zu Gesicht bekam - AHA ! Die Touristen werden geschützt ?! Im Gebäude lange Schlangen. Nach uns kommen laufend weitere Maschinen an. Keiner da, der einem sagt, wo man sich am besten anstellt. Ich entscheide mich zuerst für die Bank, da ich weiß, daß man noch das Visum bezahlen muß und ich kein ägyptisches Geld dabei habe.
Geld alleinn reicht nicht. Der Herr deutet an, daß er meinen Pass auch noch braucht, nimmt ihn, macht einen Stempel rein und gibt mir ein Bündel Banknoten zusammen mit dem Pass und einem Wechselbeleg im Austausch für meinen Hundertmarkschein.

Ich gehe zur nächsten Schlange, die inzwischen bis auf ein paar Leutchen geschrumpft ist. Der Beamte sieht meinen Pass an, blättert vor und zurück - das ganze noch einmal - und noch einmal - was sucht er denn ? Dann deutet er mir -ohne Worte- an, zum Bankschalter zu gehen. "Da war ich doch gerade" versuche ich ihm in verschiedenen Sprachen zu erklären - er versteht kein Wort, deutet nur weiter. Ich geb' auf. Beim nächsten Einreisenden entdecke ich ein kleines Märkchen im Pass. Das war's !
Ich gehe also nochmal zum Bankschalter und "kaufe" meine Visummarke. Warum hat der mir das nicht gleich gesagt ? Die Massen, die auf ihn einstürmen müssen wohl abstumpfend wirken. Ich verzeihe ihm und stelle mich an der nun wieder langen Menschenschlange an. Als ich endlich drankomme drückt mir der Beamte mir breitem Grinsen noch einen Stempel in den Pass und nun darf ich endlich durch.

Jenseits werde ich von einer Horde "Helferlein" bedrängt. Taxifahrer und Kofferträger. Ich winke ab, wehre mich mit Händen und Fuüßen nd werde auch alle bis auf einen los, der mir "hilft", die anderen "abzuwehren". Als wir alleine sind fragt er mich "TAXI ?". Suchend blicke ich mich um mich und finde endlich, was ich suche - meine Mitarbeiterin, die mir entgegenkommt. Ich gehe also mit dem Taxifahrer im Schlepptau auf sie zu und mit ihr zum wartenden Auto. Endlich begreift der andere und zieht enttäscht von dannen.

Die Fahrt zum Hotel führt wie die meisten Fahrten in der Gegend von Flughäfen nicht gerade durch schönstes Gelände - so denke ich und konzentriere mich auf meine Gegenüber, die mir ein paar der Gebäude am Straßenrand erklären, bis wir beim Hotel angelangt sind, daß ich ja schon von Bildern her kannte. Die Fassade hat tatsä,chlich handgeschnitzte Erker. Ein paar kleinere Palmen stehen vor dem Haus. Die Umgebung staubig/sandig - was kann man von einem Wüstenort auch anderes erwarten.

Drinnen werde ich mit einem nett dekoriertem Fruchtcocktail empfangen. Mein Gepäck wird mir abgenommen und wir unterhalten uns in der Lounge über die Reise. Aus den Augenwinkeln erkenne ich den geöffneten Bankschalter, die Rezeption und weitere Sitzgruppen. Ein paar Angestellte passieren geschäftig die Empfangshalle. Mein Gegenüber stellt mir den Direktor des Hauses vor, dann den Reservation-Manager die Leute vom Empfang und schließlich den Restaurantleiter. Nach ein paar netten Unterhaltungen werde ich freigelassen und wir verabreden, dass ich mich ein bischen ausruhen und frisch machen kann. In einer Stunde werden wir uns wieder treffen.
Der Portier und meine Mitarbeiterin bringen mich zu meinen Zimmern - ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer, beide mit Blick auf das Meer, das ruhig in verschiedenen Blautönen daliegt. Ein wunderschöner Anblick. Die Zimmer sind einfach ausgestattet aber funktionell. Ein großer, normaler Kühlschrank ersetzt die Minibar - eigentlich praktisch, wenn man sich überlegt, daß die Hitze doch recht Durst machen kann.

Dies die ersten Eindrücke von Ägypten. In den nächsten Tagen lerne ich das Hotel mit all seinen kleinen Eigenheiten kennen - mit geschärftem Blick als ehemaliger Hotelmanager. Für Deutsche Verhätnisse liegt hier vieles im Argen. Doch ein paar Tage später muss ich meine Meinung revidieren. Es liegt nicht an diesem einzelnen Haus, sondern scheinbar an den Gewohnheiten und der Lebensart der Ägypter selbst. Sie kennen es kaum besser - wie sollen sie auch, denn diejenigen, die hier in der Hotellerie arbeiten kommen ja aus dem eigenen Land bis auf wenige Ausnahmen nicht raus. Es bleibt einem nichts andere übrig, als die Ansprüche zu senken und das Meer, die Sonne und das Faulenzen zu genießen. Dafür ist der Urlaub ja schließch da !

Haben Sie's gemerkt ?? Ich habe es absichtlich weggelassen - das Land kann man hier nälich nur schwer genießen. Hurghada ist eine ewige Baustelle. Die Regierung hat vor Unzeiten mal Land an Leute unter der Bedingung abgegeben, daß darauf ein touristisches "Vorhaben" realisiert wird, hat es aber versämt, einen Termin zu setzen. Wäre für die Ägyptische Mentalität auch schwierig gewesen. Nun dieses Land haben sich einige Clans einverleibt, irgendein Bauwerk angefangen, um diese Bedingung zu erfüllen und seither verrottet vieles wieder, manches wird erstaunlicherweise sogar fertig - und verfällt erst dann wieder, wie viele Hotels, denen man ihr Baujahr überdeutlich ansieht.

Die vielen Bauruinen stimmen mich ein wenig traurig. Man muß schon eine sehr rege Phantasie haben, um die ursprüngliche Schönheit dieser Landschaft zu erahnen. Als hätte ein Krieg hier seine Narben gelassen. Bei einer ausgedehnten Fahrt mit dem überraschend billigen Mietwagen verstärkt sich dieser Eindruck. Wer hat schon mal eine 40km lange Baustelle gesehen ?

Ich habe mir so viele Hotels, wie möglich angesehen, mich von den Direktoren herumführen lassen und auch etliche dumme Fragen gestellt. Alle sehr freundlich und möchten am liebsten schon morgen von uns Massen zahlender Touristen geschickt bekommen. Die Preise, die sie mir anbieten sind absolut überhöht, was bedeutet, daß man sogar unter Profis handeln muß. Ich bekomme in Deutschland dasselbe Haus für ein Drittel und darauf noch die übliche Reisebüroprovision. Viele Hotels -Sterne sind bedeutunglos- erinnern an unsere alten Bahnhofrestaurants. Bedeutsam scheint in Hurghada das Baujahr zu sein, nicht die offizielle Kategorie.

Neue Häuser machen den besten Eindruck. Geben einen leisen Eindruck von orientalischer Größe. Die durchwegs hoteleigenen Strände sind alle sehr gepflegt und sauber. Manche haben eine beeindruckende Poollandschaft mit allem, was man sich denken kann. Bei einer Bootsfahrt lerne ich die Schönheit der Korallenriffs kennen und beim Schnorcheln die Pracht unter Wasser. Ein Paradies für Taucher und alle, die das Wasser lieben. Das ist wahrhaftig ein Grund, dieses Eckchen der Erde doch zu besuchen. Zusammen mit dem Klima und den relativ humanen Preisen sind das Gründe, die dieser Feriendestination ihr Auskommen garantieren.

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