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Reisebericht Kusadasi - Aufenthalt Blue Sky

Beitrag von Marion Haß vom July 26, 2002 at 09:28:45:

Yes please!

(Typische Einladung der Bazar-Verkäufer und Gastronomen)

Urlaub mit der TUI –

Sie haben es sich verdient ...

Urlaub Kusadasi - im Oktober

Aus welchen Gründen auch immer - dieses Jahr ging es erst im Herbst in die wohlverdienten Ferien.

Da um diese Jahreszeit die Karibik nicht mehr Hurrikan-sicher ist, kann man nur einen Urlaub in Europa planen. Dieser soll auch nach Möglichkeit nicht so teuer werden, und so entscheiden wir uns für die Türkei.

Der gewählte Urlaubsort heißt Kusadasi und liegt gegenüber der griechischen Insel Samos. Eine *****-Sterne-Anlage hat unser Interesse geweckt mit dem wohlklingenden Namen The Grand Blue Sky - also wird gebucht.

Leider ist der Flug ab Hamburg ausgebucht, und wir sollen am 9. Oktober um 6 Uhr morgens ab Hannover fliegen. Einem glücklichen Umstand ist es zu verdanken, dass kurz vor unserer Ab­reise Plätze frei werden. Dank Warteliste haben wir Glück und erhalten die Info, dass wir um 6 Uhr ab Hamburg fliegen können.

9. Oktober

Da vor 4.30 Uhr noch keine U-Bahn zum Flughafen fährt (wir müssen um 4 Uhr dort sein), sind wir auf den Nachtbus um 2.34 Uhr angewiesen. Mit zwei Regenschirmen bewaffnet, einem Tai Chi-Schwert (Michael’s zusätzlichem Hobby und evtl. Berufung), dem für zwei Wochen gepackten Koffer und guter Laune machen wir uns auf den Weg zum Airport.

Das Gepäck wird durchleuchtet und es kommt, was kommen muss, nämlich die Frage des Polizei­beamten nach dem Schwert, das zusammengeklappt im Koffer verstaut ist. Mit der Erklärung, dass es sich hierbei um ein Tai Chi-Schwert handelt und er nicht weiter nachfragen will, was das ist (er will sich wohl auch nicht blamieren), checken wir ein.

Wir haben noch reichlich Zeit und gönnen uns einen Kaffee in der Cafeteria des Flughafen­gebäudes. Um die Zeit bis zum Abflug zu überbrücken, nutzen wir die Zeit zum Duty-Free-Shopping. Danach wird unser Handgepäck durchleuchtet.

Um 6 Uhr geht der Flug pünktlich los. Nach gut einer halben Stunde wird das Frühstück serviert und der kulinarische Hinweis - in Form eines kleinen Flyers - weist uns darauf hin, dass es ab sofort kein Schweinefleisch mehr gibt. Die Croissants sind tiefgefroren - der Rest irgendwie schon türkisch (angefangen von Schafskäse bis hin zur türkischen Butter).

Um 11.45 Uhr (wir müssen die Uhren um eine Stunde vorstellen) landen wir in Bodrum-Milas. Empfangen werden wir mit dunklen Wolken und Regentropfen - also im Endeffekt mit dem selben Wetter, das wir aus Deutschland nur zu gut kennen. Unser Koffer hat gelitten und der Griff ist zer­brochen. Der Versuch, dies zu reklamieren, scheitert, da man nicht so einfach wieder ins Flughafengebäude hinein kommt.

Die Transferzeit zum Hotel beträgt ca. 2 Stunden. So haben wir einen guten Überblick über Vegetation und landestypischer Bauweise. Nach einer knappen Stunde machen wir eine Rast und kommen das erste Mal in Kontakt mit dem türkischen Tee, der dort in verschiedenen Variationen serviert wird. Da wir noch keine türkischen Lire besitzen, geht ein 50-DM-Geldschein in die Kasse der kleinen Taverne. Der Kellner kommt nach langer Zeit mit dem Wechselgeld zurück. Dieses besteht nicht, wie wir dachten, aus türkischen Scheinen sondern aus Silberlingen - und das in Deutsche Märkchen. 5,--, 2,-- und 1,-- = total DM 47,00 - sehr witzig. Mit einigen hundert Gramm Silbergeld besteigen wir den Bus zur Weiterfahrt nach Kusadasi.

An den Seitenrändern der Straße sehen wir nun große Zelte, die alle mit einer aufgemalten Haus­nummer versehen sind. Draußen wird gewaschen, Wäsche getrocknet und gespielt. Hinter diesen Zeltern sind unendliche Weiten von Baumwollfeldern zu sehen. Bei diesen Ansiedlungen handelt es sich nicht, wie man hätte vielleicht vermuten können, um Zigeunersiedlungen. Viel später erst erfahren wir, dass dort Familien wohnen und arbeiten, die bei den Erdbeben in der Türkei in den letzten zwei Jahren ihr Hab und Gut verloren haben. Dort versuchen sie nun wieder zu Geld zu kommen, um zu gegebener Zeit feste Behausungen zu bauen und wieder ein normales Leben zu führen.

Nach zwei Stunden seit Ankunft am Flughafen sehen wir unser Hotel. Ein Portier öffnet das große Tor und der Bus fährt auf das Gelände - erinnert irgendwie an die Dominikanische Republik. Wir nehmen unser Gepäck aus dem Bus und gehen zur Rezeption, die sehr unscheinbar wirkt. Deutsch wird hier nicht unbedingt verstanden - gut, dass wir a little bit Englisch-Kenntnisse besitzen. Nachdem das Anmeldeformular ausgefüllt ist, besichtigen wir unser Zimmer. Es besteht aus einem großen Raum, zwei Betten, einem Fernseher, einem Schreibtisch, einem Wandregal, einem Kühlschrank mit gut sortierter Bar, einem Ankleidezimmer (sehr lobenswert), einem großen Badezimmer mit Vollbad und einem großen Balkon. Mehr Meerblick ist nicht realisierbar, da man Meer sieht, wohin man schaut. Mit dem 5. Stock und dem Endzimmer haben wir so viel Glück, da keiner mehr über und keiner mehr neben uns wohnt - Ruhe pur.

Der Koffer ist zwar bei unserer Ankunft von dem Hotelboy in Empfang genommen worden, hat aber den Weg zu uns noch nicht gefunden. Also machen wir uns erst mal auf den Weg, um das Hotel­gelände zu erkunden. Es gibt hier zwei große Pools, eine Fitnessanlage mit Massage-Möglichkeit und Türkischer Sauna sowie eine Poolbar und einen Snack-Point. Ein wenig Magenknurren erinnert uns daran, dass wir Hunger haben. Eifrig wird die Speisekarte studiert, und wir entscheiden uns dann - sehr einfallsreich - für einen Hamburger mit Pommes. Die Auswahl ist nicht sehr groß, wir hätten auch Pommes mit Hamburger bestellen können. Mit Handschlag, ein paar freundlichen Worten und breitem Grinsen stellt sich der dort zuständige Kellner Moustafa neu an­gekommenen Hotelgästen vor. Später treffen wir auch in der Lobby und in der Poolbar wieder auf ihn.

In Zimmer 2514 wieder angekommen, erwartet uns schon der Koffer. Nach dem Auspacken und Einräumen, dem Zappen durch die Fernsehkanäle (mit der Feststellung der Tatsache, dass außer Deutsche Welle kein Sender für uns in Frage kommt), wird geduscht und sich für das Abendessen zurecht gemacht.

Da man uns an der Rezeption keine genaue Uhrzeit nennen konnte, wählen wir die goldene Mitte der genannten Uhrzeiten und gehen gegen 19.30 Uhr in Richtung Restaurant. An der Treppe werden wir durch einen aufdringlichen Fotografen gestört, dessen Job und Berufung es ist, von jedem Hotelgast Fotos zu schießen, ob dieser will oder nicht, um seine Schnappschüsse dann für DM 10,-- in der Passage zum Restaurant zu verkaufen.

Im Eingangsbereich des Restaurants erwartet uns sodann ein „Platzanweiser“, und wir bekommen einen schönen Zweier-Tisch. Nach der Auswahl der Getränke machen wir uns auf den Weg zum Buffet. Als erstes fällt uns der Suppenkoch auf, der auf Gäste wartet, als zweites das warme Buffet, das von zwei Seiten zu bedienen ist. Es gibt Reis, Gemüse, gedünsteten Fisch, Hähnchen und Lammfleisch. Am Ende des Buffets findet man diverse Salate, Saucen und Gewürze. Ein Nach­tischbuffet in allen möglichen Farben, zuckersüß, Birnen, Trauben und Melone beenden die kulinarische Reise.

Während des Essens erscheint eine junge Frau und verkauft uns BINGO-Lose für die abendliche Animation. Wir sind neugierig auf die Abendveranstaltung und beschließen, nach dem Essen in die Lobby zu gehen.

Um 21.30 Uhr findet die Kinderanimation in Form von Ententanz und türkischen Kinderliedern statt. Choreographie und Anleitung erfolgt von der Losverkäuferin. Ungefähr 10 Kinder haben sich ein­gefunden. Eine niederländische Mutter zwingt ihr Kind, sich zu der Musik zu bewegen. Spaß hat daran nur diese Frau.

Als die Kinder ausgepowert sind und vor lauter Übermut schon wieder hellwach, folgt die Bingo-Show. Knapp daneben ist auch vorbei - wir haben nicht den ersten Preis gewonnen. Dieser bestand immerhin aus Türkischem Champagner (?), einem Cocktail, einem Fitness-Tag und einer Massage. Besser wäre es gewesen, vier Personen gewinnen zu lassen ...

Nach 22.30 Uhr folgt dann die Karaoke-Show statt. Zwei der männlichen Animateure verkleiden sich in Harry Belafonte und einen Bongo-Bongo-Spieler. Das Playback läuft im Hintergrund und die Lippenbewegungen der Darsteller sprechen zwei verschiedene Sprachen. Danach kommen die Blues Brothers, der Radschlag ist schon sensationell. Als dann das Lied von einem Straftäter gespielt wird, der mittels eines elektrischen Stuhls ums Leben kommen soll (sie haben wirklich dieses Szenario nachgestellt) und als die angehende Witwe eins, zwei Krokodilstränen rausdrückt, ist für uns diese Form von Animation als geschmacklos und unmöglich - nicht nur für Erwachsene, sondern auch für die zahlreichen Kleinkinder - gewertet worden, wir bezahlen die Rechnung und verlassen entrüstet die Lobby.

Gegen 23 Uhr lässt uns ein Naturschauspiel nicht schlafen. Ein Gewitter, Blitze in allen Farben, die die Natur anbietet, einfach unbeschreiblich, was über das Meer immer wieder zurückkommt. Das Ganze dauert bis ca. 2 Uhr - an Schlafen ist nicht zu denken.

10. Oktober

Gegen 8 Uhr gehen wir zum Frühstück. Hier gibt es viele Sorten Brot, ein Frühstücksbuffet, ange­reichert (?) durch eine Sorte Lammwurst, eine Sorte Geflügelwurst, zwei, drei Käsesorten und Honig in allen Variationen, mit Feigen oder Erdbeeren. 3-Minuten-Eier (noch fast roh), 4-Minuten-Eier (steinhart), Bratkartoffeln. Auch die Melonen von gestern Abend sowie das Salatbuffet vom Vorabend erkennen wir wieder. Das Müsli-Buffet ist nichts für uns - der frisch gepresste Orangen­saft kostet immerhin stolze DM 5,--. Die gefärbten Wasserangebote aus dem Automaten schmecken leider auch nicht. Der Kaffee und der Tee sind jedoch genießbar. Dass das uns jeden Tag erwarten würde, hat keiner gedacht. Die Begleitmusik zum Frühstücksbuffet kommt (unserer Meinung nach) wohl von einem Radiowecker - die Tonqualität ist miserabel und der Klang kennt keinen Bass.

Anschließend werden wir um 10.15 Uhr von unserer Reiseleiterin erwartet, die mit uns nach Kusadasi fährt, um in einem Lokal einen Begrüßungscocktail zu trinken, Informationen über unseren Aufenthalt zu geben sowie ihre durch TUI angebotenen Reisen zu verkaufen. Während der Busfahrt erzählt sie uns noch ein wenig über die Türkei, Kusadasi mit Vogelinsel usw. Es regnet aus Kannen - das Versprechen, dass ab morgen die Sonne wieder scheint (und dass es seit April nicht mehr geregnet hat) lässt uns doch noch auf einen Badeurlaub mit Kulturanspruch hoffen. Im Restaurant angekommen, suchen wir uns einen Tisch aus, von dem man ihren Aus­führungen aus gut folgen kann. Wir lernen ein paar Redewendungen in türkisch, so z.B.

Guten Tag merhaba

Guten Morgen günaydin

Guten Abend iyi-aksamlar

Bitte lütfen

Prost serefe

An unserem Tisch sitzen dann auch Dragan und Marija, ein Pärchen aus Heilbronn, mit dem wir in den nächsten zwei Wochen noch viel unternehmen werden.

Nach der Info-Veranstaltung geht die Reiseleiterin mit der ganzen Gruppe in den Ort und zeigt uns die ein oder andere Sehenswürdigkeit und weist uns auf das ein oder andere Geschäft hin. In einem Schmuckgeschäft haben wir dann die erste Möglichkeit genutzt und DM in Türkische Lire getauscht. Jetzt sind wir Millionäre.

Es ist anstrengend, sich in der Fußgängerzone zu bewegen. Fast jeder der Verkäufer tritt aus seinem Laden und stürzt sich auf uns mit der nachfolgenden Konversation.

„Hello, yes please, from where are you? Netherland ? Nein - Deutschland

Wo in Deutschland? Hamburg

Welches Hotel? Blue Sky

Wie geht es? Yes please, reinkommen, gucken, unverbindlich, nur gucken, Tee trinken?“

Egal, ob Schmuckladen, Andenken-Laden, Barbier, Ledergeschäft oder Teppichgeschäft - der Handel kennt keine Grenzen. Schließlich können wir nicht widerstehen und lassen uns von einem Ledergeschäft namens Benny in das Geschäft lotsen. Dort treffen wir auf den Besitzer selbst, der uns stolz seine Harley Davidson präsentiert. Tee gibt es zwar keinen, aber arrogantes Gequatsche. Als er merkt, dass wir nichts kaufen wollen, verlassen wir das Geschäft wieder.

In einem Ledergeschäft am Ende einer Einkaufsstraße sehen wir Lederjacken aus Waschleder, die zu einem günstigen Preis von DM 68,00 angeboten werden. Da Michael diese Jacke jedoch mit Fransen hätte haben wollen, wurde vom Verkäufer gleich eingelenkt und angeboten, diese dran­zunähen. Der Preis erhöht sich jedoch dann auf DM 150,00. Wir sagen ihm, dass wir noch über­legen und ggf. uns wieder bei ihm melden würden.

Die vielen Restaurants reihen sich in die Schar der Anbieter. Auch da ist die Willensstärke nicht sehr groß „nein“ zu sagen, und Aziz, der Besitzer eines Restaurants, lädt uns zum apple tea ein. Geschäftstüchtig bringt er uns die Speisekarte, die doch das ein oder andere Gericht anbietet, das unserem Appetit nahe kommt. Wir bestellen Kebab, einmal mit Hühnerfleisch und einmal mit Kalb­fleisch. Das Kalbfleisch entpuppt sich zwar im Nachhinein als Lammfleisch, ist aber trotzdem sehr lecker. Pommes, Reis und eine kleine Salatbeilage runden das Gericht ab. Nach noch einigen apple teas verlassen wir gut gesättigt das Lokal mit dem Versprechen und dem festen Willen, wieder zu kommen.

Wir müssen an dem Ledergeschäft vorbei. Schon von weitem hat uns der Verkäufer gesehen und es geschafft, uns wieder ins Geschäft zurückzuholen. Da mir die Jacke auch gefällt, wollen wir ver­suchen, beide Jacken zusammen für DM 200,00 zu bekommen. Der Verkäufer gibt uns zu verstehen, dass er mit seinem Chef telefonieren müsse. Bei einem apple tea warten wir auf sein Angebot. Er gibt das OK, bittet mich, sofort einen Euroscheck auszufüllen (was ich überfahren auch tue - entgegen meinen Gewohnheiten) und gibt die Jacke von Michael dem Schneider. Wir sollten in 30 Minuten wieder kommen. Ich probiere „meine“ Jacke noch einmal an, als der Verkäufer mir diese plötzlich verkaufen will. Das Hin und Her und Erklären, dass ich diese Jacke bereits gekauft und bezahlt habe, ist für uns zwar klar - aber nicht für ihn. Ich will meinen Scheck zurück (der ist jedoch schon weg), und er stürzt zum Telefon. Irgendwann begreift er dann, dass wir für Michaels Jacke DM 150,00 und für meine DM 50,00 bezahlt haben - mein Gott, das ist ja wohl unglaublich - nicht mit mir !!!

Beim Bummel durch die engen Straßen von Kusadasi ist uns ein Barbier aufgefallen, der seinem Kunden eine Nackenmassage „gönnte“. Da zu einem Besuch in der Türkei, zumindestens für Männer, auch eine Rasur ein Muss darstellt, gehen wir spontan hinein. Nachdem Michael Platz genommen hat, wird er eingeschäumt und professionell rasiert. Danach greift der Friseur zu einem überdimensionalen Wattestäbchen, taucht dies in eine Flüssigkeit und zündet es an. Damit werden die Haare in den Ohren entfernt. Anschließend ist die Nase dran, mithilfe einer kleinen Schere werden die Nasenhaare entfernt. Auf die rasierte Haut wird Talkumpuder aufgetragen, nach einiger Zeit abgenommen, sodann folgt die Massage. Geschäftstüchtig, genau wie Aziz, greift er zur Schere, macht bei Michael noch einen Spliss-Schnitt und bringt seine Löwenmähne ein wenig in Form - und das alles für DM 20,00 - wenn das nicht günstig ist.

Nach einigen Zickzack-Ausweichmanövern (Flucht vor den Händlern) verlassen wir Kusadasi und nehmen den Dolmus zurück ins Hotel. Nach einigen Minuten Augenpflege machen wir uns fertig fürs Abendessen. The same procedure as the last day ...

11. Oktober

Heute ist Sonnentag! Kein Wölkchen am Himmel und warme Luft. Nach dem Frühstück beschließen wir, uns am Pool zwei Liegen zu nehmen. Hier gibt es merkwürdigerweise keine Poolmafia, die bereits morgens um 5 Uhr die Liegen belegt (das ist allerdings im Hochsommer anders).

Kaum haben wir es uns gemütlich gemacht, kommen in Scharen Niederländer. Sie stellen alles auf den Kopf, reißen sich um die Sonnenschirme und jagen die Poolbar-Angestellten. Eine ältere Holländerin ist nach 15 Minuten völlig fertig, da sie noch niemanden gefunden hat, der ihren Sonnenschirm an den richtigen Platz gebracht hat. Ihr Ehemann leidet wohl an einer uns nicht bekannten Krankheit, da sie alle paar Minuten den Sonnenschirm umstellen muss (er bleibt stur liegen - vielleicht hat er einfach nur Urlaub). Wehe, die Sonne blitzte einmal um die Ecke, schon gibt es wieder ein wildes Gerutsche. Wir beobachten das Schauspiel amüsiert, und nach einiger Zeit schauen wir uns die Sport- bzw. Fitnessanlage an.

Mittags haben wir uns mit unserem Kellner Isa verabredet. Ich habe ihn morgens beim Frühstück darauf angesprochen, ob er uns nicht helfen könne, günstige(re) Tickets für die Schifffahrt nach Samos zu besorgen. Da er den Besitzer einer Reiseagentur kennt, der sein Geschäft in der Nähe des Hotels hat, will er uns helfen.

Wir lernen Sükrü kennen, einen geschäftstüchtigen, sympathischen jungen Türken kennen, mit dem wir an diesem Nachmittag viel Spaß haben. Er bietet uns die Fahrt nach Samos für DM 60,00 pro Person an - immerhin DM 30,00 billiger als TUI. Wir planen diese Tour für Montag. Mitten in dem Gespräch bekommt Sükrü Besuch von einem Freund, der sich als Masseur entpuppt. Nach einer Demonstration seiner Massage-Künste (sonst ist er in Istanbul beschäftigt), ist Michael nach 15 Minuten putzmunter. Schnief, ich hätte auch nicht „nein“ gesagt - Massagen finde ich auch gut. Aber wahre Liebe gibt es eben nur unter Männern ...

Der Nachmittag ist kurz, da wir uns über zwei Stunden mit Sügrü unterhalten haben, bleibt noch ein wenig Zeit für ein Nachmittagsschläfchen, dann geht es zum Abendessen.

Heute Abend ist das Wetter so schön, dass wir draußen essen können. Das Buffet wird heute durch zwei Außen-Grills erweitert. An dem einen bilden sich lange Schlangen für Döner Kebab - am anderen werden Lammspieße und Gemüsenudeln angeboten. Die Teller hierfür befinden sich (logischerweise) allerdings im Restaurant. Dieses ändert sich auch nicht in den darauf folgenden Tagen.

Nach eins, zwei Gläschen Wein geht es dann zum Schlafen. Auf die Animation können wir getrost verzichten - auch wenn die junge Frau der Animationsgruppe mit allen Mitteln versucht, uns in die Lobby zu locken.

„Hello, my friends, are you here tonight ?

We have a special programm in the evening, it is nice - you come?“

Leider gibt es an dieser Stelle keine Möglichkeit, eine Voice einzurichten - die Stimmlage ihrer Aussprache ist so hoch wie bei den Bee Gees ...

12. Oktober

Heute nehmen wir uns vor, einen anderen Sonnenplatz zu suchen. Auf dem Gelände gibt es Rasenplätze, auf denen auch Liegestühle zur Verfügung stehen. Da haben wir zumindestens, wenn wir clever sind, Ruhe vor den Holländern.

Nur in der Sonnen liegen ist langweilig, so machen wir uns nach einiger Zeit auf den Weg zur Fitness-Anlage.

Unterirdisch gibt es hier einige wenige Fitnessgeräte, die aber nicht zur Benutzung einladen. Wir entschließen uns für eine Türkische Bad-Massage (für Michael) und eine Relax-Massage für mich. Nachdem wir unsere Wertsachen in Schließfächer gepackt haben (die sich im übrigen kaum oder gar nicht abschließen ließen) gehen wir in die finnische Sauna. Nach kurzer Zeit werden wir herausgebeten und gehen in die Türkische Dampfsauna.

Eine Russin, die neben dem Masseur dort beschäftigt bist, bringt uns rüber.

Nach einigen Minuten kommt Lu Chan, der Masseur. Mit Handzeichen und englischen Worten bittet er Michael, sich auf den in der Mitte der Anlage stehenden Marmortisch in Form eines Pentagon zu legen, mit dem Bauch nach unten. Aus den Wasserhähnen läuft sehr heißes Wasser. Mit Hilfe einer Schale entnimmt er dieses und gießt es über Michael. Danach geht er mit einem bürstenähnlichen Schwamm über die Haut, um die überschüssigen Hautschuppen zu entfernen. Anschließend wird Michael eingeseift und massiert. Krönender Abschluss der Zeremonie ist eine Kopfwäsche.

Danach bin ich dran. Im Massagezimmer werde ich durchgeknetet. Lu Chan massiert an Stellen, wo ich gar nicht wusste, dass dort Muskelmasse vorhanden ist (oder vorhanden sein sollte). Schnell stellt er die Diagnose, dass eine Relax-Massage für mich nicht das richtige ist und schwenkt um auf eine Medical-Massage. Er empfiehlt mir zu meinem Wohl (und seiner Kasse), die Massage an drei hintereinander folgenden Tagen zu genießen. Spontan entschließe ich mich hierzu und vereinbare einen Termin für den nächsten Tag. Ich freue mich drauf.

Nachdem wir noch ein wenig Sonne getankt haben, entschließen wir uns für eine schöne Dusche und Augenpflege.

Abends sitzen wir mit Dragan und Marija beim Essen zusammen und planen, am Freitag zusammen zum Markt zu gehen.

13. Oktober

Heute machen wir uns bereits früh auf den Weg in die Stadt - mit Marija und Dragan - zu Fuß (es sind 4 km). Nach einer Weile unterbrechen wir unseren Fußmarsch, um im Internet-Café ein paar Mails zu empfangen bzw. zu versenden.

Da es zu meinem „Alltag“ gehört, etwas zu finden (meist Kupfergeld, hin und wieder ist auch ein kleiner Geldschein dabei), seit meiner Ankunft in der Türkei jedoch noch nicht einmal ein paar Lire, die man aufheben konnte, wird es allmählich Zeit. Und siehe da, es glitzert etwas. Es handelt sich dabei zwar nur um ein Modeschmuck-Armband, aber immerhin. Es ist nicht beschädigt und voller Stolz trage ich mein türkisches Kettchen spazieren.

In der Innenstadt probieren wir erst einmal einen EC-Automaten aus - funktioniert - schon wieder Millionäre - 75.000.000 Türkische Millionen (in Deutschland stellt das sich auf meinem Bankeinzug als ca. DM 240,00 heraus). Damit suchen wir den Weg zum Markt. Zuvor jedoch suchen wir noch ein Café auf, in dem wir türkischen Tee in großen Tassen trinken (sonst gibt es nur kleine Gläschen). Frisch „gestärkt“ geht es nun zum Freitagsmarkt.

Hier wird neben Bekleidung und Handtaschen auch Essbares angeboten. Blaue Trauben, Orangen, Mandarinen, Feigen, grüne Trauben, Gemüse in jeder Form, Tomaten, Blumenkohl, Weißkohl, Auberginen, Zucchini, Bohnen, Okra-Bohnen, Maiskolben, türkischer Nougat, Honig in allen Variationen, große Berge von Gebäck, Schafskäse, Ziegenkäse, Eier, apple tea, sex tea, orange tea, cherry tea - man(n)/Frau muss es selbst gesehen haben, da man dies nicht in Worten beschreiben kann.

Vom appetitanregenden Geruch angelockt probieren wir Börek, eine Art Crèpes, der mit Joghurt, Gewürzen und Hackfleisch bestrichen wird. Der kleine Sohn des Besitzers bietet uns sogleich Sitzplätze an, die Schatten bieten (der dringend notwendig ist, die Mittagshitze ist unerträglich für einen Einkaufsbummel oder Essen).

Von dieser Stelle aus hat man gut die Möglichkeit, vorübergehende Einheimische und andere Touristen zu beobachten. Interessant ist es, dass hier Schulkinder „Uniformen“ tragen, d.h. Boss und Chanel, so wie bei uns in den Schulen, sind hier Fremdworte. Die Schüler/innen der ersten Klassen haben alle die gleichen blauen Blusen und Rücke an, die Oberstufen tragen dann karierte Röcke.

Nach dem Essen des Börek trennen wir uns für ein paar Stunden, damit jeder seinen Interessen nachgehen kann.

Um 13 Uhr haben wir uns dann bei Aziz verabredet, wo wir mittags wieder essen gehen wollen. Er freut sich uns zu sehen, wir suchen uns was Nettes zum Essen aus, und dann kommen auch Dragan und Marija mit ein paar Minuten Verspätung im Restaurant an.

Sie haben, genau wie wir, die Chance genutzt, frisches Obst auf dem Markt zu kaufen. Der Nachmittag ist gerettet, Vitamine pur. Für den Rückweg nehmen wir den Bus, da wir doch ziemlich müde sind. Das waren doch einige Kilometer. Jetzt habe ich mir die Massage wirklich verdient.

Nach dem Abendessen fallen wir in süße Träume und freuen uns auf den nächsten Tag.

15. Dezember

Heute suchen wir das dritte Plätzchen zum Sonnen - unterhalb der Rasenfläche gibt es noch Möglichkeiten, in Ruhe zu liegen. Kleine, runde Plateaus mit jeweils zwei Liegestühlen, sind über einen schön angelegten Fußweg zu erreichen.

Dort finden wir auch durch das Meer entstandene Ausbuchtungen, in denen sich Fische und Krabben befinden, die bei Flut angespült werden. Diese füttern wir mit den mitgebrachten Keksen. Der erste Sonnenbrand, trotz Sonnenbank, stellt sich bei Michael ein - die Sonne ist wirklich sehr stark.

Am Nachmittag ist dann wieder Massage bei mir angesagt - abends essen (da das Buffet sich nicht grundlegend verändert, halte ich mich nicht mit der Beschreibung auf).

Nach dem Essen gehen wir mit Dragan und Marija zu Sükrü, um die Schifffahrt nach Samos zu buchen. Da Dragan als Jugoslawe ein Visum für Griechenland benötigen würde, kommt für die Beiden der Ausflug nicht in Frage, sie begleiten uns jedoch, weil wir noch Getränke einkaufen wollen.

Wir müssen wieder an den zahlreichen Restaurants, die sich auch in der Nähe des Hotels befinden, vorbei. An jedem wird man angesprochen, nach Herkunft usw. gefragt, und jedes Mal kommt von uns die selbe Antwort: heute nicht.

Sükrü freut sich, als er uns sieht, wir buchen und halten noch ein wenig Schwätzchen. Auf dem Rückweg zum Hotel laufen wir einem Kellner über den Weg, der uns dann doch überredet, noch einen Drink in seinem Lokal zu nehmen (es stellt sich jedoch im Nachhinein heraus, dass das Lokal seinem Freund gehört). Nach kurzem Aufenthalt gehen wir zurück zum Hotel, schmuggeln die Getränke hinein und gönnen uns noch einen Whiskey - sleep well ...

15. Oktober

Auch heute liegen wir wieder auf den Plateaus. Die Sonnenschirme schützen uns vor der Sonne und heute frischt es ganz schön auf, d.h. anfangs muss man sich sogar noch zudecken oder ange­zogen hinlegen. Der Nachmittag wird in Ruhe im Zimmer genossen - schließlich wollen wir ja am Montag nach Samos, also full programm ...

16. Oktober

Um 7.35 Uhr sollen wir vom Hotel abgeholt werden - das Schiff geht um 8 Uhr. Um 7.45 Uhr end­lich erreicht uns der Bus von Diana-Reisen. Wir holen noch andere Hotelgäste ab und gegen 8.15 Uhr erreichen wir endlich den Fähranleger. Wir müssen unsere Tickets und Reisepässe abgeben. Nach fast 30 Minuten endlich sind die Pässe fertig, und wir müssen uns noch einmal an einem Schalter anstellen, zur Überprüfung. Um 8.50 Uhr endlich können wir die Fähre besteigen, und das Schiff legt gegen 9 Uhr endlich ab. Nach fast zwei Stunden erreichen wir dann Samos.

Wir verlassen das Schiff und informieren uns über den Wechselkurs. Zum Geldtauschen können wir uns noch nicht entschließen und gehen Richtung Innenstadt. Dort finden wir leider keine Wechselstuben mehr, und so müssen wir den Weg wieder zurücklaufen. Wir tauschen DM 50,00 - unsere türkischen Lire werden wir hier nicht los - verständlich - Türken und Griechen, das passt eben nicht zusammen.

Bei unserem Bummel entdecken wir einen hübsch angelegten Künstlergarten mit einem Café. Dort werden wir dann unsere ersten Drachmen los und genießen unseren Nescafé frappé, den ich schon von meinen früheren Urlauben her kenne. Mitten in diesem Park befindet sich ein alter Springbrunnen und die griechischen Spatzen nutzen die sich dort bietende Duschmöglichkeit.

Die Geschäfte hier unterscheiden sich sehr von den türkischen Läden. Hier ist es sauberer und die Verkäufer lassen uns in Ruhe.

Langsam schleicht sich der Mittagshunger ein. Am Ende der Einkaufsstraße finden wir ein kleines Restaurant, und wir lassen uns den Tintenfisch schmecken. Gestärkt setzen wir unseren Bummel durch die Kleinstadt fort.

Auf dem Rückweg kaufen wir mit unseren letzten Mäusen im Supermarkt etwas zum Naschen und eine Flasche Samos-Wein, dann geht es auch schon wieder Richtung Schiff. Die Bürokratie lässt uns hier natürlich nicht in Ruhe. Wir müssen wieder fast 30 Minuten warten bis die Formalitäten erledigt sind, dann dürfen wir auf die Fähre betreten. Es wird eine sehr unruhige Rückfahrt, Wind­stärke 4-5. Um 18.30 Uhr sind wir dann wieder glücklich in Kusadasi angekommen und nehmen den Dolmus ins Hotel.

17. Oktober

Heute wollen wir mit Marija und Dragan nach Ephesus - ohne die Vorzüge (und Kosten) einer TUI-Führung. Mit dem Kleinbus fahren wir erst bis zur Stadtmitte von Kusadasi und steigen dann in einen größeren Bus um. Die Fahrt hin und zurück kostet DM 5,-- pro Person - die Preise sind hier wirklich annehmbar. Eine Schnellstraße führt uns durch die Berge und an großen Hotelanlagen vorbei, von denen wir aber bei unserer Rückreise nur Negatives zu hören bekamen.

Nach gut 30 Minuten müssen wir den Bus verlassen. Schon stürzen sich geschäftstüchtige Taxi­fahrer auf uns, die uns glauben lassen wollen, dass wir ca. 10 km Fußmarsch auf uns nehmen müssten, um zum Haupteingang der Anlage zu kommen. Da wir a) nicht fußfaul und b) bequeme Schuhe tragen, es c) nicht heiß ist, beschließen wir, uns nicht von den Märchen abschrecken zu lassen und setzen unseren Spaziergang fort. Schließlich sind wir schon nach wenigen hundert Metern am Portal angelangt. Hier gibt es Kamele für Touristen, auf denen man sich für einige Dollars ablichten lassen kann, türkische Gewürze und Souvenirs wie auch sonst an jedem anderen Verkaufsplatz. Nachdem wir unsere DM 12,-- pro Person Eintrittsgelder gezahlt haben, können wir das Gelände besichtigen. Ephesus

ist DAS Must für jeden Türkeibesucher. Man findet hier die wahrscheinlich besterhaltene Gesamt­anlage einer antiken Stadt. Noch heute beeindrucken die gewaltigen Bauten, "moderne" Errungen­schaften wie z.B. Fussbodenheizungen und Toiletten, die hier zu Anbeginn der christlichen Zeit­rechnung schon selbstverständlich waren, als 3/4 vom Rest der Welt hierzu noch die Wälder benutzte. Man verfügte über eine perfekte Wasserversorgung, hatte hohen hygienischen Standard und für das geistliche Wohl stand eine Bibliothek mit 12000 Büchern in Rollenform zur Verfügung. Spaziert man heute durch Ephesus, so fällt die Kunst der Baumeister mit einer weiteren Glanz­leistung auf: durch die Straßen weht ein leises Lüftchen, das die mediterane Hitze erträglich macht. Erste Informationen über Ephesus datieren aus dem 7. Jahrhundert vor Chr. Nach wechselvoller Geschichte, persisch, ab 454 v.Chr. hellenistisch, 189 v.Chr. zum Königreich von Pergamon gehörend, zählte Ephesus ab 133 v.Chr. zum römischen Reich. Ursprünglich eine blühende Hafenstadt, verkümmerte Ephesus durch die Anschwemmungen des Kaystros Flusses und der damit verbundenen Versandung des Hafens immer mehr und wurde schließlich für den Seehandel unbrauchbar. Der Niedergang schritt immer rascher vor und als Ephesus im Jahre 1090 n.Chr. von den Seldschuken erobert wurde hatte es gerade mal noch die Größe einer unbedeutenden Klein­stadt. Im 14 Jh. n.Chr. erlebte die Stadt nochmals eine kurze Blütezeit, nach der sie dann, eben­falls noch im 14. Jh. vollkommen verlassen wurde.

Nachdem wir glaubten, alles gesehen zu haben, verlassen wir die Stätte an einem Seitenausgang und wollen weiter nach Selcuk. Leider gibt es hier keine Hinweis-, geschweige Straßenschilder, die uns den richtigen Weg weisen. Aber Dank unseres ausgeprägten Orientierungssinnes finden wir querfeldein durch Mandarinen-Plantagen und Obstgärten unser Ziel.

Es ist gegen 13 Uhr und der Magen knurrt. Was liegt näher, als dass wir beim Chinesen unser Mittagessen einnehmen? Eigentlich nichts, wir tun es trotzdem.

Michael hat das richtige Gespür für sein Menü, wir anderen machen lange Gesichter. Weder Farbe noch Geschmack sind am Essen. Na ja, wenigstens die Coca Cola ist frisch. Und somit kann der Chinese die Saison für beendet erklären, da wir sicherlich die Reste aus der Tiefkühltruhe zu uns genommen haben (sorry, die Kleintiere haben es verdient, ein wenig länger am Leben zu bleiben).

Mit erheblich weniger Geld verlassen wir enttäuscht dieses Restaurant und freuen uns, abends wieder gut türkisch essen zu können.

Selcuk ist ein Ort, der doch ein wenig vom Tourismus vernachlässigt wird. Gut für uns, überall werden wir freundlich begrüßt und man bemüht uns, den ein oder anderen Tipp für etwas Kulinarisches zu geben. Marija, die heute wohl am wenigsten gegessen hat, setzt sich nun in den Kopf, eine italienische Pizza zu essen. Oh Wunder, wir finden eine (türkische) Pizzeria und er­halten beim Gehen einige Baumwollsamen, die wir zuhause einpflanzen werden. Mal sehen, was daraus wird. Mitten im Dorf finden wir dann auch wieder den Busbahnhof und fahren zurück nach Kusadasi.

18. Oktober

Nach dem vielen Laufen und den Strapazen der letzten Tage ist mal wieder Sonnen angesagt. Nach dem Frühstück machen wir einen kleinen Bummel rund um die Hotelanlage. Dort soll sich - so sagte uns ein Busfahrer kürzlich - ein sehr schöner Sandstrand mit dem klangvollen Namen „costa verde“ oder so ähnlich befinden. So sehr wie wir auch schauen, wir entdecken nur eine zer­störte Hotelanlage und lassen uns von einem zufällig vorbei kommenden Einheimischen aufklären, dass Wassermassen dieses Hotel zum Einstürzen gebracht haben. Einige Meter weiter entdecken wir dann eine schön angelegte Bungalow-Anlage, die gestressten Istanbulanern an den Wochen­enden zum Entspannen dient. Ansonsten ist hier nichts los.

Nachdem aus dem Sonnenbaden wohl nichts wird, entschließen wir uns, Abschied von Sükrü zu nehmen. Extra für uns lässt er noch einen Originaltee in einem Samuwar zubereiten. Wir tauschen unsere Anschriften aus und hoffen, uns einmal wieder zu sehen. Mittlerweile haben wir auch schon wieder Hunger, und Sükrü empfiehlt uns ein kleines Restaurant neben seiner Reiseagentur. Dort bestellen wir dann Chicken wings und kommen mit einem sehr deutsch aussehenden Türken ins Gespräch. Natürlich kam dieser aus Hamburg - wohnte in einem benachbarten Stadtteil von Horn - na klar, Matrix ist überall.

Er erzählt uns, dass er vor ca. 3 Jahren den Fehler begangen hat und in die Türkei gefahren sei. Da er vor vielen Jahren seinen Wehrdienst nicht absolviert hat, wie es die türkische Regierung auch von den in Deutschland wohnenden Türken verlangt, haben sie ihn gleich da behalten und seine Ausweispapiere abgenommen. Seitdem wartet er darauf, wieder bei seiner Familie in Deutschland zu wohnen (er hat zwei Kinder). Doch die Deutsche Botschaft in Istanbul macht es ihm nicht leicht. Schade, helfen kann man in so einer Situation wirklich nicht. Nach heftigem Kopf­schütteln auf beiden Seiten über diese Gesetze verlässt er uns wieder. Für ihn ist dieses Urlaubsparadies ein goldener Käfig.

19. Oktober

Das Wetter lädt nun nicht mehr zum Sonnenbaden ein. Es ist empfindlich kühl geworden und die Gefahr, Sonnenbrand zu bekommen ist nun nicht mehr gegeben. Also entschließen wir 4 uns mal wieder, nach Kusadasi zu fahren. Nachdem wir in unserem Stammlokal Mittag gegessen haben, setzen wir unsern Stadtbummel fort.

In einem Jeans-Laden kauft Michael sich eine Levis, die genau auf seine körperlichen Bedürfnisse angepasst und mit flinker Hand gekürzt wird. Für umgerechnet DM 30,-- - das war ein Schnäpp­chen.

Dabei haben wir Marija und Dragan aus den Augen verloren. Es hat ihnen sicherlich zu lange ge­dauert, und sie haben sich zwischenzeitlich auf den Weg gemacht, endlich den ersehnten Leder­rucksack zu kaufen.

In der Nähe des oben erwähnten Cafés treffen wir sie wieder und trinken - wie schon in der „Vergangenheit“ unseren Tee. Da wir noch ein wenig durch die Stadt gehen wollen, trennen sich unsere Wege. Nachdem wir als Mitbringsel für Freunde den Apfeltee gefunden haben, den wir während unseres Urlaubs kennen gelernt haben, ist es auch für uns Zeit, wieder Richtung Hotel zu gehen.

Man hat keine Chance, den geschäftstüchtigen Händlern aus dem Weg zu gehen, und wieder einmal können wir nicht „nein“ sagen. Ein türkischer Lederbekleidungshändler will uns davon über­zeugen, dass nur er der wahre Türke sei - der Einzige, der nichts verkaufen will, sondern nur „deutsch“ sprechen und ein Gläschen Wein mit uns trinken möchte. Na gut, Durst haben wir, kaufen wollen wir nichts, also folgen wir ihm in sein Geschäft.

Kaum haben wir Platz genommen, da steht auch schon der Wein auf dem Tisch. Es folgt ein wenig smalltalk und plötzlich hält er mir eine Lederjacke vor die Nase, die ich einmal anprobieren solle. Ich tue ihm den Gefallen, er ist begeistert von meinem Aussehen in der Jacke (freut sich wie Dagobert Duck über sein Verkaufsgeschick) und will zugleich oben an der Jacke einen Knopf annähen, da es in Deutschland immer kalt sei.

ICH WILL ABER KEINE LEDERJACKE !!!

„Madame, sieht toll aus -

Jacke is von Armani - ORIGINAL - (hihi)

Kostet $ 450 -

aber für Sie ich macke ein Speziale-Preis -

deutsche Leute, gute Leute -

Wenn Amerikaner kommt - zahlt $ 450 -

du aber nix bezahlen so viel -

du nur zahlen DM 450,-- -

(mittlerweile glaube ich, dass das $-Zeichen nur ein Trick ist und in Wirklichkeit nur der Endpreis beim Handeln)

Aber nix erzählen andere Leute, sonst ich bekomme Problämä ...

Ich weiß nicht mehr wie wir es geschafft haben, aber irgendwann einmal ist es uns dann doch zuviel, und wir verlassen fluchtartig sein Geschäft.

Vorher kommen wir noch an der Karawanserei vorbei. Heutzutage befindet sich dort ein elegantes Hotel, früher war es die Stelle, wo sich die Händler mit ihren Kamelen zum Ausruhen und Verkaufen getroffen haben. Im Innenhof kann man beobachten, wie für die Teppich-Produktion aus Seidenraupen Fäden gesponnen werden. Eine interessante, wenn auch mit merkwürdigen Gerüchen verbundene, Sehenswürdigkeit.

Obwohl wir schon fast alles in Kusadasi kennen gelernt haben, fehlt uns noch der Bummel durch den Grand Bazar, der sich am Hafen befindet. Natürlich sind auch hier eine Menge Händler, die versuchen, ihre Ware an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Michael wird aufgrund seines Aus­sehens natürlich mit Motorrädern in Verbindung gebracht und so lernen wir Ali kennen, einen sehr gut deutsch sprechenden Türken, der in einem Ledergeschäft beschäftigt ist. Er will uns nur Fotos bzw. Kataloge von Motorrädern zeigen, und so lassen wir uns darauf ein, hineinzugehen.

20. Oktober

Heute gehen wir mit den Beiden auf den Freitagsmarkt. Wir wollen noch das ein oder andere Souvenir und evtl. ein paar T-Shirts mitnehmen. Es herrscht ein ungeheurer Trubel. Mittlerweile ist Saisonende, und es wird an jeder Ecke gehandelt und gefeilscht. Hier gibt es schon Leder­handtaschen für ca. DM 15,-- - oh Wunder - ich kann widerstehen. Wieder sind wir überwältigt von der Vielfalt des Obst- und Gemüseangebotes.

Mittags essen wir wieder bei Aziz und verabreden uns für den darauffolgenden Tag, zum Abschiedsessen.

Danach gehen wir noch einmal zu dem Bazar am Hafen, da ich glaubte, dort eine Lederhose gesehen zu haben, die ich kaufen wollte. Thomas, der türkische Mitarbeiter des Ledershops, freut sich, dass wir ihn besuchen.

Michael muss eine Tai Chi-Vorführung machen und mittlerweile hat auch der neben der Boutique ansässige Lederwaren-Händler sein Interesse gezeigt. Da es in der Türkei aus welchen Gründen auch immer so gut wie kein Material über Tai Chi gibt, versprechen wir, eine Lern-Video-Kassette zuzusenden. In der Zwischenzeit probiere ich die Hose an. Natürlich bleibt es nicht bei der Hose, es muss auch noch eine Jacke dazu. Mit 400,-- DM weniger in der Tasche machen wir uns auf den Rückweg ins Hotel. Für heute gibt es weiter nichts zu berichten.

21. Oktober

Heute ist Marija krank und so beschließt Dragan, allein mit uns in die Stadt zu fahren. Wir können ihn davon überzeugen, dass er dringend zum Friseur muss. Gesagt, getan – und nun sitzt er auf dem Friseurstuhl und wird zurechtgestutzt. Die gleiche Prozedur, obwohl keine Rasur geplant, mit Wattestäbchen usw. erhält auch er. Danach gehen wir in unser Lieblingsrestaurant und nehmen “Abschied” mit allen Köstlichkeiten des Orients. Uns hat es wieder sehr gut geschmeckt und das Lokal Holiday Inn kann man wirklich nur wärmstens empfehlen.

Nach dem Essen kaufen wir noch einige Souvenirs und Türkischen Honig. Die Stadt ist schon wie leer gefegt. Scheinbar “freuen” sich die Einwohner auf die Volkszählung am folgenden Tage und haben sich zuhause zur Ruhe gesetzt.

22. Oktober

Heute ist es nun soweit. Wir sind „eingesperrt“ – und das bis 19 Uhr. Die Türken werden gezählt - wir auch. Das kommt davon, wenn man zu lange in der Sonne liegt und zu viel Knoblauch isst - dann kann man nicht mehr unterscheiden, wer wer ist. Nachdem uns die Dame von TUI nicht weiterhelfen konnte, sind wir gezwungen, heute im Hotelbereich zu bleiben. Aufgebrachte Mitbewohner der Hotelanlage berichten uns davon, dass das Eingangstor abgeschlossen sei und vor dem großen Tor ein bewaffneter Polizist steht, der jeden daran hindert, das Gelände zu verlassen. Was sind das denn für Sitten?

Nach einem ausgiebigen Frühstück heißt es eben: Koffer packen und die letzten Stunden „genießen“. Um in der Sonne zu liegen, ist es effektiv zu kalt und zu stürmisch. Also gibt es Augenpflege auf dem Balkon, wo noch ein windgeschütztes Eckchen zu finden ist.

Der Tag verläuft weiter unspektakulär. Am späten Nachmittag treffen wir uns mit Dragan und Marija noch auf einen türkischen Kaffee in der Lobby-Bar und lassen die letzten Tage Revue passieren. Stolz erzählt uns Dragan, dass es ihm gelungen ist, endlich einen Lederrucksack zu kaufen. Und das zu einem günstigen Preis (dank Michael’s Tai Chi-Schulung vom Vortage)

Gegen 22 Uhr heißt es „Licht aus – schlafen“, da am nächsten Morgen bereits um 5 Uhr der Bus zum Flughafentransfer bereit steht.

23. Oktober

4 Uhr – aufstehen. Nachdem nun auch die letzten Pflanzen-Stecklinge und –samen gut verpackt sind, kann es zum Flughafen gehen. An der Rezeption erhalten wir unser Lunch-Paket. Als ich nach einem Kaffee fragte heißt es: „Ja, den können Sie bekommen, kostet aber ?.000 Türkische Lire „ – nein danke - da habe ich keine Lust drauf.

Um 5 Uhr steht der Bus pünktlich zur Abreise bereit. Welch ein Graus, diese Busfahrt. Gut, dass es dunkel ist und man nicht erkennt, wo der Fahrer glaubt, fahren zu müssen. Nach einer guten Stunde kommen wir endlich in Bodrum an. Der Duty Free lohnt sich überhaupt nicht, für einen Kaffee wollen sie da umgerechnet DM 7,00 haben – das geht zu weit. Die Kontrollen sind sehr scharf, und wir müssen alles „ablegen“, sogar die Feuerzeuge. Anschließend verteilen unsere Lunchpakete an die heimischen Kofferträger und warten auf den Aufruf, dass wir in das Flugzeug einsteigen können.

Nach gut 3 Stunden sind wir wieder in Hamburg – mit Sonnenschein werden wir begrüßt, was will man mehr ?


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